Architekturführer
Stadt und Raum

Neugestaltung der Römerbrücke als Grünanlage "Little Highline"

Adresse

Ehemalige Bahnbrücke über der Römerstraße

Bauherr

Gartenamt Ingolstadt

Planung

studio B Landschaftsarchitektur
Dipl.-Ing. Elke Berger – Büroleiterin
Daniela Hitzler – Projektleiterin

Ingenieure

Haushofer Ingenieure GmbH
Dipl.-Ing. (FH) Hans-Ludwig Haushofer

Fertigstellung

2020

Fotos

Dipl.-Ing. Elke Berger

Preise

Erster Preis des dritten Husqvarna Förderwettbewerbs – erfolgreiche Grünkonzepte in Städten

Projektbeschreibung

Nachdem die Eisenbahnlinie die die Römerstraße einst querte bereits 1975 stillgelegt wurde, erhielt die Brücke nun, 45 Jahre später, eine neue Nutzung als öffentlicher Freiraum mit Aussicht. Die Römerbrücke besteht eigentlich aus zwei separaten, nebeneinanderstehenden Brücken – einer Fuß- und Radwegbrücke und der Bahnbrücke.

Auf Initiative des Bezirksausschusses Nordost wurde die bislang abgesperrte Gleisbrücke umgestaltet und wieder zugänglich gemacht. Dabei sollte die ursprüngliche Funktion nicht überprägt, sondern vielmehr in Erinnerung gerufen werden. Vorhandene Spuren, wie die alten Gleisauflager wurden integriert, neue Elemente orientieren sich in Anmutung und Materialität am Thema Bahn und Gütertransport. Eine fast 40m lange Sitzbank aus hölzernen und Formbetonabschnitten fügt als zentrales Gestaltungselement die beiden Brückenteile zusammen und schlängelt sich fast wie ein vorbeifahrender Zug über die Brücke. Die organisch modellierten Abschnitte bieten unterschiedliche Sitzgeometrien und Blickrichtungen. Zwei schattenspendende Pergolen aus Corten-Stahl laden auch an sonnigeren Tagen zum Aufenthalt. Ihre Lamellen sind in unterschiedlichen Neigungen angeordnet, so dass man sich nach seinem persönlichen Licht- oder Schattenbedarf positionieren kann. Damit die Besucher nicht viele Jahre darauf warten müssen, dass Moose und Pflanzen allmählich die stillgelegten Brückenflächen besiedeln, hat das Gartenamt mit einer Extensivbegrünung einen entscheidenden Anschub geleistet.

Durch die Lage oberhalb und somit fernab der stark befahrenen Römerstraße bildet sich ein Ort der Entschleunigung und des Aufenthalts, welcher in seiner Funktion als Schnittstelle zu einem neuen Quartierstreffpunkt mit atmosphärischer Aussicht wird. Die ehemalige Bahntrasse dient somit auch heute noch als verbindende Struktur - zwar nicht mehr für Züge, dafür aber für Fußgänger und Radfahrer zwischen den Wohngebieten des Stadtbezirks Nordost und den Naherholungsgebieten der Stadt.