Architekturführer
Wohnungsbau

Wohnanlage Peisserstraße

ADRESSE

Peisserstraße 6a-8c, Breslauer Straße 5a-11d

BAUHERR

Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH

ARCHITEKT

Diezinger Architekten GmbH

PROJEKTLEITER

Kurt Weber

BAULEITUNG

Ernst Deutsch, Koch partgmbb - Architekt & beratende Ingenieurin

FACHPLANER

Grad Ingenieurplanungen GmbH - Tragwerksplanung
Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH - Elektroplanung
Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH - Haustechnik
Adler & Olesch Landschaftsarchitekten GmbH und Stadtplaner - Landschaftsplaner
Energieberatung Archenea AG - Bauphysik
Ingenieurbüro Peter Springl - Brandschutz

FERTIGSTELLUNG

2016

FOTOS

Sophie von Herzogenberg

PROJEKTBESCHREIBUNG

Um eine sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung breiter Bevölkerungsschichten zu gewährleisten, lobte die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH 2013 einen Architektenwettbewerb aus, aus dem das Projekt als Siegerentwurf hervorging. Der geschaffene Wohnraum, dem die Wohnraumförderbestimmungen 2012 des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren zugrunde liegen, wurde öffentlich nach EOF (einkommensorientierte Förderung) gefördert. Alle Wohnungen sind barrierefrei nach DIN 18042 / 2 und werden über Aufzüge erschlossen. Der auf Grundlage des Wettbewerbsergebnisses erstellte Bebauungsplan legte den neuen städtebaulichen Rahmen mit einer entwicklungsgerechten höheren Dichte fest.

Die Wohnbebauung besteht aus vier nord-süd-orientierten, unterschiedlich langen und zueinander versetzten Baukörpern. Die vier parallel zum Straßenverlauf situierten und zueinander leicht gestaffelten Kopfbauten bilden einerseits einen Raumabschluss innerhalb der Wohnanlage, andererseits eine Lärmabschottung nach Norden zur verkehrsbelasteten Peisserstraße. Die differenzierte Höhenstaffelung der Gebäude berücksichtigt sowohl die Besonnung, als auch die Maßstäblichkeit der umgebenden Bebauung.

Die in Grund- und Aufriss differenziert gestaltete Wohnanlage berücksichtigt die äußeren und inneren Bedingungen gleichermaßen: Zumeist „durchgesteckten“ Wohnungen mit wechselweise gehängten „Loggiabalkone“; die drei- bis fünfgeschossigen Gebäuden vermitteln eine dem Wohnungsbau angemessene Urbanität; die in alle Richtungen verknüpften hofartigen Außenräume innerhalb des Quartiers schaffen Halböffentlichkeit, die sowohl soziale Interaktion, als auch privaten Rückzug ermöglicht.

Die Gebäude sind in einer Schottenbauweise auf einem wirtschaftlichen Achsraster von 7,75 m, mit tragenden Außenwänden errichtet. Damit ist eine optimale Ausnutzung der Konstruktion gegeben. Die verputzten Fassaden bestehen aus einem Wärmedämmverbundsystem aus Steinwolllamellen. Die hohe Anzahl gleichartiger Fenster und Türen, sowie die als Stahlkonstruktion vorgefertigten Loggiaelemente ermöglichten eine serielle Herstellung mit günstiger Preisgestaltung.

Den Gebäuden liegt der Energiestandard als Energieeffizienzhaus 70 nach EnEV 2009 zugrunde, zusätzlich begünstigt durch das vorhandene Fernwärmenetz der Stadtwerke. Alle Wohnungen sind mit Wohnraumlüfter mit Wärmerückgewinnung ausgestattet.